{"id":6610,"date":"2018-01-24T18:30:45","date_gmt":"2018-01-24T17:30:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dfg-frankfurt.de\/charlemagne-und-die-gelebte-deutsch-franzoesische-freundschaft-im-frankfurter-roemer\/"},"modified":"2018-01-28T08:49:24","modified_gmt":"2018-01-28T07:49:24","slug":"charlemagne-und-die-gelebte-deutsch-franzoesische-freundschaft-im-frankfurter-roemer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dfg-frankfurt.de\/fr\/charlemagne-und-die-gelebte-deutsch-franzoesische-freundschaft-im-frankfurter-roemer\/","title":{"rendered":"CHARLEMAGNE und die gelebte deutsch-franz\u00f6sische Freundschaft im Frankfurter R\u00f6mer"},"content":{"rendered":"<p><em>Im festlichen Rahmen des Kaisersaals verleiht seit 2011 allj\u00e4hrlich die Deutsch-Franz\u00f6sische Gesellschaft Frankfurt (DFG) unter Mitwirkung des staatlichen Schulamts den besten Franz\u00f6sischsch\u00fclern den DFG-Preis. Anlass daf\u00fcr ist der am 22. Januar 1963 beschlossene \u00c9lys\u00e9e-Vertrag, in dem Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Grundstein f\u00fcr die anhaltende deutsch-franz\u00f6sische Freundschaft besiegelten. 55 Jahre sp\u00e4ter war in diesem Jahr die Atmosph\u00e4re zur Verleihung des Sch\u00fclerpreises im Frankfurter R\u00f6mer eine ganz besondere. Es war der Ton, der die Musik machte. Daf\u00fcr waren nicht allein die Finalisten des Wettbewerbes aus den Grund- und Leistungskursen Franz\u00f6sisch aus 20 Schulen Frankfurts und der Umgebung verantwortlich, welche durch ihre lebendigen Beitr\u00e4ge anschaulich machten, dass diese besondere Freundschaft weiter Bestand hat und stetig vertieft wird, sondern auch das gesamte Arrangement der Veranstaltung.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-76420\" src=\"http:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/L1450807-e1516805764964.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"401\" \/><\/p>\n<p><em>Das Blechbl\u00e4serquintett der Frankfurter Bl\u00e4serschule variierte den Kanon \u201eFr\u00e8re Jacques\u201c mal laut, mal leise, mal schnell, mal langsam\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Der Sch\u00fcler (leider nur einer!) und die Sch\u00fclerinnen trugen jeweils einen kurzen selbstformulierten Text zu einem freigew\u00e4hlten Thema vor. So beschrieb\u00a0zum Beispiel Anna Moll ihren Besuch im burgundischen Taiz\u00e9, der ihr zum gr\u00f6\u00dferen Verst\u00e4ndnis Andersgl\u00e4ubiger verhalf und zudem ihr eigenes Selbstbewusstsein st\u00e4rkte, w\u00e4hrend Elmira Jazdanifar, Tochter einer ukrainischen Mutter und eines iranischen Vaters, in \u201eL\u2019image st\u00e9r\u00e9otypt\u00e9 d\u2019un parisien\u201c ironisch-spielerisch mit den \u201eParisiens\u201c und ihren Macken umging.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-76423\" src=\"http:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/L1450800-e1516807064320.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"395\" \/><br \/>\n<em>Erste Reihe v.l.n.r.: Generalkonsulin Pascale Trimbach neben dem B\u00fcrgermeister\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Auch die Reden machten die neue historische Herausforderung deutlich, die des B\u00fcrgermeisters Uwe Becker, der mit feierlicher Amtskette gekommen war und streckenweise frei und souver\u00e4n auf Franz\u00f6sisch sprach, als auch die komplett auf Deutsch gehaltene Rede der franz\u00f6sischen Generalkonsulin Pascale Trimbach, die ihre Erlebnisse vom Tag der offenen T\u00fcr im Konsulat berichtete, f\u00fcr den sie eigens im Quai d\u2019Orsay nachgefragt hatte, ob sie die deutsche und die franz\u00f6sische Flagge am Konsulat hissen d\u00fcrfe, da es sich ja um die Landesrepr\u00e4sentanz Frankreichs handelte. Es wurde ihr genehmigt.<\/p>\n<p>Abgesehen vom selbstverst\u00e4ndlich wirkenden sprachlichen Rollentausch der beiden Redner am symbolischen Ort im Kaisersaal\u00a0war \u201eunser gemeinsamer Kaiser\u201c, Karl der Gro\u00dfe\/\u00a0Charlemagne, auf dem Wandbild am Ende des Saales mit seinen vision\u00e4ren europ\u00e4ischen Ideen auch in den Reden pr\u00e4sent. Man nahm explizit Bezug auf ihn.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-76424\" src=\"http:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/L1450798-e1516812733732.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"598\" \/><\/p>\n<p><em>B\u00fcrgermeister Uwe Becker\u00a0empf\u00e4ngt\u00a0Pr\u00e4sident Christophe Braouet <\/em><\/p>\n<p>Warum ist es wichtig, Sch\u00fcler daf\u00fcr zu preisen, dass sie mit Eifer und guten Ergebnissen sich dem Erlernen der franz\u00f6sischen Sprache und der damit verbundenen Kultur \u00a0widmen? Das hat durchaus auch pragmatische Gr\u00fcnde. So ist nach den gelebten 55 Jahren deutsch-franz\u00f6sischer Freundschaft in vielen Bereichen der Kultur und Wirtschaft die enge deutsch-franz\u00f6sische Zusammenarbeit eine nicht mehr wegzudenkende Realit\u00e4t. Dabei kommt der franz\u00f6sischen Sprache eine besondere Bedeutung zu.<\/p>\n<p>Im beruflichen wie auch im privaten Bereich ist allein f\u00fcr die Mobilit\u00e4t der B\u00fcrger der Europ\u00e4ischen Union die Mehrsprachigkeit ein gro\u00dfer Vorteil, wenn nicht gar unerl\u00e4sslich. Einmal abgesehen davon, dass unser Nachbarland noch immer zu den beliebtesten Reisel\u00e4ndern geh\u00f6rt, ist Frankreich auch der wichtigste Handelspartner Deutschlands.<\/p>\n<p>Beide L\u00e4nder haben ihre kulturellen Eigenheiten bewahrt, was bei Gesch\u00e4ftsverbindungen h\u00e4ufig ignoriert wird. Den Nachbarn zu verstehen, geh\u00f6rt also zu den wichtigsten Voraussetzungen eines guten Gesch\u00e4fts, weswegen sich auch die Gesellschaft zum Ziel gesetzt hat, \u201ezu einer besseren Verst\u00e4ndigung zwischen Deutschland und Frankreich beizutragen, stereotype Vorurteile abzubauen und die Verst\u00e4ndigung zwischen beiden L\u00e4ndern zu vertiefen\u201c.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist Franz\u00f6sisch eine Weltsprache, weil sie auch in einem gro\u00dfen Teil des Fernen und Nahen Ostens, im afrikanischen Raum, in Teilen Kanadas und Lateinamerikas u. a. die Verkehrssprache ist und das mit erheblich kultureller, soziokultureller Pr\u00e4gung. So werden landeskundliche und interkulturelle Kenntnisse, die mit der Beherrschung der franz\u00f6sischen Sprache einhergehen, f\u00fcr uns zunehmend wichtiger\u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-76422 size-full\" src=\"http:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/L1450830-e1516806813374.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"401\" \/><\/p>\n<p><em>Alle Finalisten mit B\u00fcrgermeister Uwe Becker (re), Generalkonsulin Pascale Trimbach (Mitte 2. Reihe) und DFG-Pr\u00e4sident Christophe Braouet (2. Reihe li )\u00a0<\/em><\/p>\n<p>\u201eIch bin \u00fcberw\u00e4ltigt, wie viel Potential in unserer Region steckt. Alle nominierten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des DFG-Preises haben in diesem Sprachwettbewerb gezeigt, was in ihnen steckt und dass die besondere freundschaftliche Verbindung zwischen Frankreich und Deutschland nicht nur auf dem Papier steht\u201c, sagte B\u00fcrgermeister Uwe Becker. Und er betonte, wie bedeutsam freundschaftliche Beziehungen seien. Das zeige sich angesichts des Erstarkens der\u00a0nationalistischen Tendenzen in Europa und weltweit. \u201eNat\u00fcrlich sind nationale Interessen wichtig, sie d\u00fcrfen aber nicht zu nationalistischen Interessen werden. Die Herausforderungen der Zukunft wird nicht jeder f\u00fcr sich allein l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c Daf\u00fcr werde das gegenseitige Verst\u00e4ndnis immer wichtiger, so Becker.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident der Deutsch-Franz\u00f6sischen Gesellschaft, Christophe Braouet, hob in seiner launigen Rede besonders die zivilgesellschaftliche Bedeutung des Freundschaftsvertrags hervor, der nicht nur f\u00fcr die Geschichtsb\u00fccher tauge, sondern auch lebe, weil er sich von Generation zu Generation erneuern k\u00f6nne, wenn wir nur die \u201eGlut immer wieder anblasen\u201c.<\/p>\n<p>Und er wies auch sprachmalerisch auf die kongeniale musikalische Einleitung der Veranstaltung durch das Blechbl\u00e4serquintett hin, das eine gelungene Variation des franz\u00f6sischen Volksliedkanons \u201eFr\u00e8re Jacques\u201c kraftvoll und differenziert hinausblies, warum sich die franz\u00f6sische Sprache \u201emal in leisen, mal in lauten T\u00f6nen\u201c und die Beziehung mal \u201emal schneller und mal langsamer\u201c zeige. Und was die nationalistischen T\u00f6ne angehe, so bekr\u00e4ftigte Braouet: \u201eWir lassen uns nicht auseinanderbringen.\u201c Mit dem Preis sei man Botschafter f\u00fcr das, was diesen Saal ausmache. In ihm stecke nicht nur die deutsche, sondern die europ\u00e4ische Geschichte. Charlemagne gr\u00fc\u00dfte also auch beim Verlassen des Kaisersaals.<\/p>\n<p><strong>Weitere Infos \u00fcber den DFG-PREIS<\/strong><\/p>\n<p><em>Von der <a href=\"https:\/\/www.dfg-frankfurt.de\/\">Deutsch-Franz\u00f6sischen Gesellschaft Frankfurt <\/a>werden jeweils zwei Preise im Leistungskurs und Grundkurs Franz\u00f6sisch verliehen. Die Preisgelder sind beim ersten Preis mit 600 Euro und beim zweiten Preis mit 400 Euro f\u00fcr die Sch\u00fcler sowie beim ersten Preis mit 300 Euro und beim zweiten Preis mit 200 Euro f\u00fcr die Schule dotiert. 1\/3 des Preises ist f\u00fcr die jeweilige Schule gedacht.<\/em><\/p>\n<p><strong>Die PREISTR\u00c4GER<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Preis <strong>Grundkurs Franz\u00f6sisch<\/strong> ging an <strong>Anna Maria Moll<\/strong>, Main-Taunus Schule Hofheim, der zweite Preis an\u00a0<strong>Elmira Jazdani-Far<\/strong>, Bertha von Suttner Schule, M\u00f6rfelden-Waldorf, \u00a0der erste Preis <strong>Leistungskurs Franz\u00f6sisch<\/strong> an <strong>Johanna-Hermine Weber, <\/strong>Ziehen Schule Frankfurt\u00a0und der zweite Preis <strong>an Melanie Schwaab, <\/strong>Humboldtschule, Bad Homburg. Finalisten f\u00fcr den Grundkurs Franz\u00f6sisch waren au\u00dferdem: <strong>Lily Cremer<\/strong>\u00a0Humboldtschule, Bad Homburg und <strong>Jason Janis<\/strong>,\u00a0Anna Schmidt Schule FFM und f\u00fcr den Leistungskurs Franz\u00f6sisch <strong>Lara V\u00f6lker<\/strong>, Goethe Gymnasium Kreis Bergstra\u00dfe \u00a0und <strong>Nina A. Laut<\/strong>, Lessing Gymnasium, Lampertheim.<\/p>\n<p><em>Alle Fotos: Petra Kammann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im festlichen Rahmen des Kaisersaals verleiht seit 2011 allj\u00e4hrlich die Deutsch-Franz\u00f6sische Gesellschaft Frankfurt (DFG) unter Mitwirkung des staatlichen Schulamts den besten Franz\u00f6sischsch\u00fclern den DFG-Preis. Anlass daf\u00fcr ist der am 22. 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